Ungereimtheiten im Praxismodul

siehe auch

 https://prof-dr-mueller.jimdo.com/praxismodul/


Zwischen dem Wintersemester 2008/09 und dem Wintersemester 2015/16 hatte ich das Praxismodul im Studiengang Betriebswirtschaftslehre (Vollzeit) betreut und zur Unterstützung dieser Aufgabe eine Unterseite auf meiner privaten Website eingerichtet. Ende 2015 habe ich auf dieser Seite ein paar Beobachtungen und kritische Anmerkungen zur Durchführung des Praxismoduls durch den Fachbereich Wirtschaft der Hochschule Mainz veröffentlicht, die die Vermutung begründen, man wolle seitens der Fachbereichsleitung die Studenten nur durchwinken.
 

(zu den konkreten Ungereimtheiten finden Sie mehr unter https://prof-dr-mueller.jimdo.com/noteninflation/fall-müller/, Abschnitt 3.3)

 
Ab dem 17.01.16 war ich schwer erkrankt, ab dem 01.03.16 hätte ich aber wieder eingeschränkt arbeiten können. Meine Angebote zur informellen Unterstützung meiner Krankheitsvertretung sowie zu einer Wiedereingliederungsvereinbarung mit nur noch teilweiser Krankschreibung wurden aber von der Hochschule abgelehnt. Ab dem 1. April war ich wieder einsatzbereit. Die Hochschule verbreitete aber bis zum 20.04.16 auf der Seite https://www.hs-mainz.de/wirtschaft/personenverzeichnis/profil/mueller-werner/index.html, auf deren Inhalt ich keinen Einfluss habe, dass ich krank wäre. Am 02.05.16 wurde mir von der Fachbereichsleitung mitgeteilt, dass ich das Praxismodul ab sofort nicht mehr betreuen und wieder im Bereich meiner Berufung (Rechnungswesen und Controlling unter besonderer Berücksichtigung internationaler Aspekte) eingesetzt würde.

Diese Entscheidung akzeptiere ich natürlich. Der zeitliche Zusammenhang mit meinen kritischen Anmerkungen ist aber unverkennbar. Ein sachlicher Zusammenhang wird von der Hochschul- bzw. Fachbereichsleitung vermutlich abgestritten. Honi soit qui mal y pense - Ein Schelm ist, wer sich Böses dabei denkt! In dem Zeitraum zwischen dem Wintersemester 2008/09 und dem Wintersemester 2015/16, in dem ich für das Praxismodul zuständig war, hätten mir ca. 2.100 Praxisberichte zur Bewertung vorgelegt werden müssen; genaue Daten habe ich nie bekommen. Tatsächlich waren es nur 592. Mit der Einführung des Mindestlohns mussten die Studenten Bescheinigungen für die Ausnahme vom Mindestlohn beantragen. Von der Dekanin wurde eingeschätzt, dass bei 160 Studenten pro Semester und durchschnittlich zwei Praktika pro Studenten 640 Anträge jährlich geprüft und Bescheinigungen ausgestellt werden müssten. In dem Zeitraum vom Januar 2015 bis Januar 2016 wurden aber nur 75 Bescheinigungen (= 11,7 %) beantragt!

Zwei Fragen drängen sich auf: Warum konnten ca. 1.500 Studenten ihr Studium ohne das vorgeschriebene Praktikum abschließen? Wurden die 560 fehlenden Bescheinigungen deshalb nicht beantragt, weil die Studenten sowieso ein gefälschtes Zeugnis oder ein Gefälligkeitszeugnis über ein nie stattgefundenes Praktikum vorlegen wollten? Die Hochschulleitung bleibt aber bei ihrer Behauptung: Es gibt keine Kontrolldefizite!  Wollte die Hochschule Mainz mit meiner Abberufung verhindern, dass diese Fragen gestellt werden?

 

Wahrscheinlich will man auch erreichen, dass meine Website (prof-dr-mueller.jimdo.de) weniger oft aufgerufen wird und dann bei Google nicht mehr so leicht zu finden ist. Bisher ist diese Rechnung nicht aufgegangen. Noch am 31.03.17 hatte ich bei der Eingabe "praxisprojekt müller" die Position 4 (von 38.700), bei "praxismodul müller" die Position 1 von 16.700 und bei "praxisprojekt mainz" die Position 7/18.100 der Trefferliste. „Die Ehrlichen sind die Dummen!“ war mit Anführungszeichen auf Position 2/1.220, ohne auf 6/49.000.

 

Wer sich als Student das Praxismodul mit gefälschten Zeugnissen anerkennen lässt begeht eine Urkundenfälschung nach 267 StGB. Wer dafür ein echtes Gefälligkeitszeugnis verwendet begeht eine mittebare Falschbeurkundung nach 271 StGB. Wenn die Hochschulleitung Hinweise darauf hat, dass solche Taten in großer Zahl vorkommen, und kritische Nachfragen  mit der Abberufung des Betreuers und einer Umorganisation unterdrückt, statt ihnen nachzugehen, …  Wäre das eine Strafvereitelung im Amt durch Unterlassen nach §§ 258a i.V.m. 13 StGB?

 

Feedback:

 

Zu diesem Text ist folgende Reaktion eingegangen:

"Bei uns geben die meisten Studis falsche Praktikumsbescheinigungen ab und alls Profs wissen das. Warum die Aufregung?"

Antwort: Ich rege mich auf weil sogar danach gefragt wird, warum ich mich aufrege!

Prof. Dr. Werner

Rechnungswesen 

an der Hochschule

 

fachliche Meinungen

Müller,  lehrt
und Controlling Mainz.

 

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